„Eine ungerechte Regierung ist nicht Regierung durch Tyrannei“
Mmh, aus dem Alt-Griechischen ins Englische und dann ins Deutsche übersetzt? Der Satz ist in sich nicht schlüssig und muss somit zu einem Fehlschluss führen. Denn nach der Aussage dieses Satzes besteht dann die ungerechte Regierung folglich aus Freiheit und Gerechtigkeit oder endet mit der Überlegung, dass jede Regierung immer eine ungerechte sein muss.
Fazit.
Entweder muss der Satz „Eine ungerechte Regierung ist Regierung durch Tyrannei“ oder „Eine Regierung ist nicht Regierung durch Tyrannei“ heißen.
Tja, und wenn dann schon der gute Plato zitiert wird, sollte auch dazu gesagt werden, dass er sowieso nur über eine Regierung der „Freien“ sprach, nämlich der Elite, der „Wachen“, wie er sie nennt und ausschließlich die „Philosophen“ als Quasi-Priesterkaste meinte, zu denen weder die Menschen weiblichen Geschlechts noch die übrigen Menschen, die in seinem Stufenaufbau einer Gesellschaft entweder zu den „Wächtern“ gehören oder zu den „Träumenden, die nie aus dem Traum aufwachen, diesen Traum jedoch für Wachheit halten würden“, womit er niemand anderen mit meinen kann als die Versklavten Menschen.
Mit einem solchen Denken, bzw. Konzept im Gepäck kann freilich niemals die Freiheit der Menschen verwirklicht werden und muss, wie die Geschichte beweist immer wieder in die Tyrannei und die Gewalt des Menschen über den Menschen führen, also zum Brudermord, wie er in der Geschichte von Kain und Abel plastisch zum Ausdruck gebracht wird.
Nein, liebe Freunde von der OPPT,
Plato hilft da überhaupt nicht weiter, der ist für das Erkennen zuständig, freilich einem Erkennen innerhalb eines Systems der Gefangenschaft, die sehr statisch ist. Einen Weg hinaus hat er zwar aufgezeigt, ist ihn wohl auch gegangen, schlußendlich ist aber auch er im Lager geblieben, um die Gefangenschaft zu erklären und letztendlich sogar zu begründen. Tragisch! Eben eine Griechische Tragik mit vielen komischen Elementen der Komödie zur Unterhaltung der Sklaven.
Freiheit kann es nur durch die Wahrheit geben, die der Mensch erkennt, wenn er in der Lehre der Liebe verharrt, die Joshua lehrte. (siehe Johannes Kapitel 8) Und diese Freiheit erwirbt sich der Mensch selber. Ich selber muss das nämlich tun. Niemand kann das an meiner statt vollziehen. Joshua hat die Tür zum Kerker geöffnet, das Tor zur Freiheit aufgestoßen, den Weg hinaus gezeigt aus der Versklavung in die Freiheit, Befreien oder Erlösen muss sich aber jeder Mensch selber. Wenn ich nicht durch die Tür des Kerkers gehe, mich nicht durch das offenstehende Tor zur Freiheit begebe und den aufgezeigten Weg nicht betrete, kann das kein anderer an meiner Stelle tun.
Gestern las ich ein schönes Gedicht von Goethe
Ein Anderes
Geh‘! gehorche meinen Winken,
Nutze deine jungen Tage,
Lerne zeitig klüger sein!
Auf des Glückes großer Waage
Steht die Zunge selten ein.
Du mußt steigen oder sinken,
Du mußt herrschen und gewinnen
Oder dienen und verlieren,
Leiden oder triumphieren,
Amboß oder Hammer sein.Nun will ich aber weder Amboß noch Hammer sein, sondern „der Andere“ oder um bei der Metapher zu bleiben, um ein Schwert herzustellen, werden Hammer und Amboß benötigt und so könnte ja durchaus der Gedanke kommen ein Schwert des Lebens zu werden und sich nach einer solchen Überlegung zwischen Hammer und Amboß zu begeben. Freilich, Goethe wird ja schwerlich mit ein Anderes dies im Sinn gehabt haben, oder? Kurz, ich bin dann doch lieber ein Werkmeister, der Amboß und Hammer benutzt, um damit scharfe, zweischneidige Schwerter des Lebens zu formen.
🙂 Gut für mich, dass viele einfach nur Amboß oder Hammer sein wollen 😉 … sonst könnte ich ja kein Meister werden. 🙂
bumi bahagia / Glückliche Erde
…nach Artikel über die Höllenfeuer, welche auf der Erde brennen, endlich wieder ein nach Vorne weisender Beitrag 🙂
Ich danke Petra herzlich für den Hinweis.
Wir müssen den Unterschied zwischen einerseits den ungeschriebenen und geschriebenen, heute mehr unbewusst als bewusst als selbstverständlich gültigen, in der Tat jedoch willkürlich eingesetzten Gesetzen und anderseits den göttlich allgemeingültigen Gesetzen scharf ins Auge fassen. Wir müssen, um uns zu entfesseln, eine Entscheidung fällen. Welche Gesetze haben für mich Gültigkeit. Knie ich und lasse ich mich beherrschen oder stehe ich und wirke auf Augenhöhe zusammen mit Anderen, welche das Leben bewusst und gut gestalten wollen.
Ich ziehe ein simples Beispiel zu.
Wieviele Menschen kennst du, denen es schräg reinkommt, dass sie bei Staat und Kirche eine Unterschrift zu geben und eine Steuer abzuliefern haben,
wenn sich Mann und Frau zusammentun wollen oder wenn sie gedenken, nicht mehr nahe zusammenzuleben?
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