Ob heute-journal-Morderator Claus Kleber vielleicht doch mal ganz kurz über seine eigene Funktion als „Rädchen“ im Getriebe einer Todesmaschine nachgedacht hat, als er am vergangenen Freitag die Anmoderation eines Beitrags über den SS-Wachmann Reinhold Hanning vorgetragen hat?
In Detmold steht der 94-jährige Reinhold Hanning über 70 Jahre nach den Verbrechen der Nazis vor Gericht und sein spätes Eingeständnis von Schuld und Scham ist – angesichts des Ortes und der Situation in der er sie äußert – vollkommen wertlos. Was er wirklich denkt, weiß nur er selbst. Für Menschen wie Hanning kann man immerhin anführen, dass sie in eine Zeit hineingeboren wurden, in der allumfassende Hirnwäsche und Aufstachelung zum Hass an der Tagesordnung waren. Je nach persönlichem Umfeld ist es in so einer gesellschaftlichen Situation nahezu unmöglich, sich dem Gruppendenken und der Propaganda zu entziehen.
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