„Wir hatten anfangs geglaubt“, schrieb Erich Weinert 1943 in sein Tagebuch, „die Kraft der Antifaschisten in der Hitlerarmee wäre so groß, daß es beim Beginn des Krieges gegen das Vaterland der Werktätigen zu Meutereien und Widerstandsbewegungen käme. Darin hatten wir uns getäuscht. Die große Masse der jüngeren Soldaten war von der faschistischen Herrenrassen- und Lebensraumideologie vergiftet und taub für unsere Worte.“ [1] Ja, wahrscheinlich bedarf es erst größerer Gedankenanstöße, bevor manch einer ins Nachdenken kommt und erkennt, für welche Herren er seine Knochen zu Markte trägt. Warum lassen sich heute junge Menschen für Kriegseinsätze im Ausland anwerben? Für Geld natürlich. Der Gedanke daran, in einem Zinksarg wieder zurückzukehre, mag abwegig erscheinen, doch der Krieg ist unerbittlich: wo geschossen wird, da gibt es Tote! Und es dauert manchmal eine halbe Ewigkeit, bis endlich die Erkenntnis reift, daß allein der Kapitalismus schuld ist am Leid und am sinnlosen und frühzeitigen Tod der…
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