Unterschiede

„Zeit mal über den Kommunismus zu reden. Was Kommunismus ist? Nun – im Idealfall: Sozialismus, den man sehr sehr ernst genommen hat, praktisch aber eher so ernst wie die katholische Kirche das Christentum. Und ähnlich fremdartig sind dann auch die praktischen Ergebnisse: der Parteiführer ersetzt den Zar, die Partei den Adel: nahtlos.“
 
Sorry, lieber Der Eifelphilosoph!
 
Kommunismus ist nicht Sozialismus.
Sozialismus ist eine Wissenschaft, um den Kommunismus = die Gesellschaft ohne Klassen zu ermöglichen.
 
Der Sozialismus nimmt den Kommunismus ernst und kann daher mit der Kirche, die das Christentum noch nie ernst genommen hat, verglichen werden. Das Christentum ist eine ideelle (metaphysische) Philosophie, weshalb sie ‚Religion‘ genannt wird, die von der Kirche erfunden wurde.
 
Der Kommunismus ist jedoch weder ‚Philosophie‘ noch ‚Religion‘, sondern eine Gesellschaft, in der es keine Klassen mehr gibt:
 
Er ist eine Gesellschaft, in der die Hierarchie
/// ἱεραρχία (hierarchia), [ἱερός (hieros, „heilig“) und ἀρχή (archē, „Führung, Herrschaft“)] ///
zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten aufgelöst ist.
 
Sie ist eine Gesellschaft, in der es weder Ausbeuter noch Ausgebeutete; weder Unterdrücker noch Unterdrückte gibt.
 
Eine ’sozialistische‘ Gesellschaft ist jedoch von ihrem Wesen her, eine Gesellschaft, in der die ehemals Ausgebeuteten und Unterdrückten — also die gewaltige Mehrheit aller Menschen — die ehemaligen Unterdrücker (eine im Grunde verschwindend kleine Minderheit) — zwar keineswegs ausbeuten!!! — aber ebenfalls unterdrücken! und zwar unterdrücken müssen!
 
Dies geschieht aber aus reiner Notwendigkeit, die ihnen die ehemaligen Ausbeuter aufgezwungen haben:
 
Die (ehemaligen) Ausbeuter müssen unterdrückt werden! Weil sonst die ehemaligen Unterdrücker und Ausbeuter ganz automatisch wieder die Gewalt ergreifen würden!
 
Entweder unterdrücken die Unterdrücker und Ausbeuter die Ausgebeuteten und Unterdrückten und beuten sie weiter aus
oder die vormals Ausgebeuteten und Unterdrückten unterdrücken ihre ehemaligen „Herrlichkeiten und Dämlichkeiten“.
 
Der Kapitalismus muß die Mehrheit der Menschen wie jedes andere ‚Vieh‘ halten, unterdrücken und ausbeuten, weil das sein eigenes „Wesen“ ist:

Er LEBT von der Lüge ***über*** den Menschen, den er nur als Subjekt und Mittel eines nicht definierten Zwecks ansehen kann!
Er lebt davon, daß er die Menschen
— wie jeder Schweine-Hirte seine Schweine — hält, abrichtet, dressiert, unterdrückt und ausbeutet und schließlich schlachtet!
 
*Schlachten, Schlachtung* = Ziel des Schweinehirten.
*KRIEG!* = Ziel der Kapitalisten-Hirten.
 
Wie der Schweinehalter von der Schlachtung seiner Schweine lebt,
so lebt der Kapitalist vom Krieg, der die Menschen dahin schlachtet – freilich, ohne daß die Menschen den geschlachteten Menschen direkt fressen! Das wäre viel zu offensichtlich! Also geschieht dieser ganze PERVERSE Vorgang — von Ausnahmen abgesehen — indirekt!
 
***Wir sind ja schließlich keine Kannibalen!***
 
— obgleich allein in unserem Land jedes Jahr 58 Millionen Schweine, 3,5 Millionen Kühe, 600 Millionen Hühner, 16,3 Mio. Enten, 35,1 Mio. Puten und 575.000 Gänse und zwei Millionen Schafe, Lämmer, Ziegen und Pferden getötet und dem menschlichen Verzehr zugeführt werden.
[Quelle: Albert-Schweizer-Stiftung]
 
— obwohl jeder, der Fleisch zu sich nimmt, ein Kannibale ist:
*Kannibale: von Karnivoren (Einzahl: Karnivore; aus lateinisch caro, carnis ‚Fleisch‘; zu vorare ‚fressen‘, ‚verschlingen‘)*
 
Und ganz ähnlich ‚lebt‘ der praktizierte Sozialismus allein davon, daß er den Kapitalismus und seine *unfreiwilligen Helfer und Helfershelfer* unterdrückt:
 
Denn der Sozialismus „kann ja nicht aus seiner Haut heraus“, weil er die höchste menschlich entwickelte Ethik, die Demokratie und Gleichheit aller Menschen beinhaltet, die ihm den MORD, bzw. die Vernichtung des Menschen, der dem Kapitalismus anheimgefallen ist, grundsätzlich verbietet!
 
Den Kapitalisten „plagen“ solche Überlegungen oder ‚Gewissenskonflikte‘ nicht: Er handelt und denkt wie der Schweinehalter: ***Meine Schweine. Mein Wasser und Futter im Pferch. Dann die Schlachtung.***
 
=> „Aus ‚meinem‘ GELD habe ich dann KAPITAL gemacht!“
 
=> „Mit dem Stock, um eine Frucht (vom Baum) niederzuziehen, die nicht mit den Händen gefasst werden kann, sehen wir die Aneignung eines Artikels (eines Dings) zum Zweck der Erwerbung eines anderen und entdecken so – den Ursprung des Kapitals.“
– R. Torrens: *An Essay on the production of Wealth etc. p. 70, 71. Zitiert von Karl Marx in: *DAS KAPITALl* III. Abschnitt ‚Die Produktion des absoluten Mehrwerts‘, Fünftes Kapitel „Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß“ — WERKE, Band 23, Seite 199