Otto Gotsche: Wie kann man ein kapitalistisches Jahrhundert beschreiben?

„Unser Lehrer hat gesagt, Deutschland hätte eine große Pio­nieraufgabe zu erfüllen. Viele Gebiete würden für das deutsche Reich erschlossen. Nur die deutsche Technik könne solche Riesenwerke unternehmen. Die anderen Völker brauchten unsere Hilfe.“
„Da stinke einer gegen an!“ fuhr Paul auf. Er ging in der Küche hin und her. Bei jedem Schritt schwankte der Fußboden.

„Dein Lehrer ist gewiß ein kluger Mann. Aber das hat er bloß in den Zeitungen gelesen. Die anderen Großmächte sagen, die Deutschen wollen sich da unten festsetzen. Und da kommen sie einander ins Gehege, die haben nämlich die gleiche Absicht. Es ist wie ein Ringelspiel, aber um Mens­chenleben.“

Weineck rieb die durchsichtigen Hände, bis sie rot wurden und brannten. Ihm war immer kalt. Fritz kaute sinnend auf dem Federhalter. ,,Was die anderen dürfen, kann uns doch auch keiner verbieten“, meinte er.

„Das ist schon richtig. Aber zuletzt prügeln sich alle, und dann ist der Krieg da.“
„Wir haben ein stolzes Heer und brauchen niemanden zu fürchten, sagt der Lehrer.“
„Haben wir, haben wir. Nur andere werfen auch nicht mit Bratkartoffeln. Zuletzt haben die Arbeiter und ihre Familien alles auszubaden. Das arme Volk, das nicht gefragt wird.“
„Gibt es Krieg, Vater?“
„Sie bringen es dahin.“
„Wer?“
„Die, die an allem und überall verdienen wollen. Dazu ist auch das Heer da.“
„Der Lehrer hat gesagt, Deutschland braucht Platz, um sich auszudehnen. Es wäre in der Welt genug da.“
„Uns genügt der Platz hier. Halle ist groß genug, nur eine gesündere Wohnung müßte man haben.“ Der Vater begann zu husten.
„Genug für heute“, sagte Willi Breitschwerdt.
„Der Direktor von der Brauerei hat für sich eine neue Villa bauen lassen, neunzehn Zimmer. Auf der Treppe alles mit Marmor.“
„Ich weiß. Der kann sich trotzdem noch Aktien der Bagdadbahn kaufen“, antwortete Weineck seinem Jungen. Er wollte ihm klarmachen, wie alles zusammenhing. August Bebels Wort fiel ihm ein: Diesem System keinen Mann und keinen Groschen! Aber der Junge würde es nicht verstehen.

Sascha's Welt

ObywatelImmer wieder zeigt es sich, daß die deutsche Geschichte mit ihren reaktionären Auswüchsen bis heute in den Köpfen der Kleinbürger herumspukt. Folgen davon sind Zögerlichkeit in politischen Entscheidungen, Leichtgläubigkeit und Obrigkeitshörigkeit sowie der gemütliche Horizont eines deutschen Laubenpiepers. Da beschwert sich doch tatsächlich inmitten der kriegerischen Auseinandersetzungen im Donbass ein Hundebesitzer, man könne den Hund schon nirgends mehr schnüffeln lassen, da die Stadtverwaltung die Grünflächen nicht mehr pflege und die Grannen der wilden Gräser die zarte Hundenase verletzten. Da sterben mitten in der Fast-Millionenstadt Donezk (2021: 905.364 Einw.) täglich Menschen und werden Wohnungen, Krankenhäuser und Lebensmittelgeschäfte durch ukrainische Bomben und Granaten zerstört, die in belebten Wohnvierteln explodieren. Da werden vom „kollektiven Westen“ nach wie vor illegal Waffen in die Ukraine geliefert und mutige Journalisten wie Alina Lipp in der BRD nur deshalb mit hohen Gefängnisstrafen bedroht, weil sie die Wahrheit darüber berichten. – Schon vor mehr als hundert Jahren hatten

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Autor: jauhuchanam राम अवत कृष्ण יוחנן אליהו

Seine Göttliche Gnade H.E. GD HRM HMSG CT MMM georg löding राम अवत कृष्ण יוחנן אליהו ram avatara krishna jauhuchanam ulijauhu Magistra Magnificus Metamagicus Würdenträger ewiger Unantastbarkeit *05.06.1962 Freie und Hansestadt Hamburg Staatsangehörigkeit: Deutschland zwei Töchter, sechs Söhne, zwei Stieftöchter, vier Enkelkinder, eine Schwiegertochter, einen Schwiegersohn http://www.seidenmacher.com

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