Walter Hollitscher: Plädoyer für eine herrliche Zukunft

über Walter Hollitscher: Plädoyer für eine herrliche Zukunft

Walter Hollitscher: Plädoyer für eine herrliche Zukunft

HollitscherAls Prof. Dr. Walter Hollitscher seine Gedanken zur Entwicklung im Universum niederschrieb, lag halb Europa in Trümmern. Die Nacht des Faschismus war überwunden. In einem Teil Deutschland, in der Sowjetischen Besatzungszone, hatte die Arbeiterklasse die Macht übernommen, die Kapitalherren, Bankiers und Großgrundbesitzer enteignet, und begonnen, die Zukunft in die eigenen Hände zunehmen. Großer Optimismus beseelte die fortschrittlichsten Kräfte der Gesellschaft, die Kommunisten. Und es gab nicht wenige, die nun dankbar in die Hand der Hilfe einschlugen, die ihnen von der Sowjetunion gereicht wurde. Ausgerechnet von Menschen, denen die Deutschen mit ihrem barbarischen Überfall nicht nur das Land verwüstet, sondern oft sogar das Liebste im Leben geraubt hatten, die Familie, das Zuhause und die Freunde. Ein großes Umdenken hatte begonnen: voller Widersprüchlichkeiten, aber doch auch voller Enthusiasmus. Es war eine Zeit des Lernens. Das bewegte nun den österreichischen Philosophen Walter Hollitscher in seinem Nachdenken über die Zukunft der Menschheit…

IN NATUR UND MENSCHHEITSGESCHICHTE
GEHT ES DIALEKTISCH ZU

von Walter Hollitscher

Vortext

Es ist nun an der Zeit, das Fazit aus der uns bisher bekann­ten Entwicklungsgeschichte des Universums zu ziehen. Es war Aufgabe und Anspruch der Theorien, die wir vortrugen, den tatsächlichen Ablauf der objektiven Ereignisse widerzuspiegeln. Ist dieser Widerspiegelungsprozeß gelungen, so müssen den Theorien ähnliche Eigentümlichkeiten zukommen, wie den Tatsachen, die sie abbilden. Geht es in der Welt dialektisch zu, dann wird es auch in einer richtigen Theorie von der Welt dialektisch zugehen müssen. Der „objektiven Dialektik“ der materiellen Vorgänge wird die „subjektive Dialektik“ ihrer Ge­dankenabbilder in unserem Kopfe entsprechen müssen.

Was ist nun unter dieser objektiven Dialektik zu verstehen?

Die allgemeinsten Bewegungsgesetze der Materie im Univer­sum – dies ist die objektive Dialektik. Die Bewegungsgesetze eines materiellen Universums, das unabhängig davon, ob wir seiner bewußt werden oder nicht, unabhängig von unserem Bewußtsein existiert, das aus Körpern, aus Strahlen, kurz aus all den objektiven Gebilden besteht, die von den Wissen­schaften erforscht werden. Mit dieser These von der Materia­lität der bewußtseinsunabhängigen Außenwelt steht die wissen­schaftliche Weltauffassung, steht der dialektische Materialismus in einem durchaus unversöhnlichen Gegensatz zu allen Formen des Idealismus, der die Welt als „absolute Idee“, als „Komplex von Empfindungen“ und dergleichen mystifiziert.

Es geht um eine wissenschaftliche Weltanschauung

Der dialektische Materialismus hat – wie dies unsere Gesamtdarstellung klarmachen mußte – die wissenschaftliche Auffas­sung zum Grundsatz erhoben, daß die Empfindungen, Gefühle, Vorstellungen und das menschliche Bewußtsein spät erwor­bene Eigentümlichkeiten der hochentwickelten Materie sind: Funktionen von Nervensystemen und Gehirnen, welche die außerhalb ihrer selbst gelegenen Umweltvorgänge und die Er­eignisse im Innern ihrer Körper widerspiegeln. Das Bewußtsein ist also eine sekundäre Eigentümlichkeit der Materie, die erst sehr spät im Laufe ihrer Entwicklung auftritt. Dies leugnen, heißt das Ergebnis aller Wissenschaft leugnen.

Die Welt ist erkennbar und veränderbar!

Allerdings vermag dieses Bewußtsein des Menschen, das selbst eine hochentwickelte Funktion der Materie ist, alle ma­teriellen Vorgänge des Universums und ihre Gesetzmäßigkeiten objektiv widerzuspiegeln. Nicht in passiver Beschaulichkeit, sondern durch aktive, tätige Auseinandersetzung mit seiner Umwelt gelangt der Mensch zur Erkenntnis der Wirklichkeit, steigert sie, nähert er sich relativ, in zunehmendem Maße, der objektiven Wahrheit. Unsere Fertigkeit, die Naturkräfte zu beherrschen, und unsere erst seit Marx‘ Zeiten gewonnene Fähigkeit, auch die Gesellschaftsvorgänge in bewußter poli­tischer Revolutionierung und sozialistischer Planung umzu­gestalten, erweist unwiderleglich, daß unsere Erkenntnisse der Natur- und Gesellschaftswirklichkeit angemessen sind.

Die vier Grundzüge der Dialektik

Betrachtet man diese materielle Wirklichkeit in ihrer Ver­änderung und Bewegung, so erkennt man an ihr allgemeine Bewegungsgesetzlichkeiten. Sie wurden von Stalin als die „vier Grundzüge der Dialektik“ formuliert. Und sie besagen:

„1. Im Gegensatz zur Metaphysik betrachtet die Dialektik die Natur nicht als zufällige Anhäufung von Dingen, von Er­scheinungen, die voneinander losgelöst, voneinander isoliert und voneinander nicht abhängig wären, sondern als zusam­menhängendes einheitliches Ganzes, wobei die Dinge, die Erscheinungen miteinander organisch verbunden sind, von­einander abhängen und einander bedingen.
2. Im Gegensatz zur Metaphysik betrachtet die Dialektik die Natur nicht als einen Zustand der Ruhe und Unbeweglich­keit, des Stillstands und der Unveränderlichkeit, sondern als Zustand unaufhörlicher Bewegung und Veränderung, unaufhörlicher Erneuerung und Entwicklung, in welchem immer irgend etwas zugrunde geht und sich überlebt.
3. Im Gegensatz zur Metaphysik betrachtet die Dialektik den Entwicklungsprozeß nicht als einfachen \Vachstumspro­zeß, in welchem quantitative Veränderungen nicht zu qualitativen Veränderungen führen, sondern als eine Ent­wicklung, die von unbedeutenden und verborgenen quan­titativen Veränderungen zu sichtbaren Veränderungen, zu grundlegenden Veränderungen, zu qualitativen V erände­rungen übergeht, in welcher die qualitativen Veränderun­gen nicht allmählich, sondern rasch, plötzlich, in Gestalt eines sprunghaften Übergangs von dem einen Zustand zu dem anderen Zustand eintreten, nicht zufällig, sondern ge­setzmäßig, als Ergebnis der Ansammlung unmerklicher und allmählicher quantitativer Veränderungen.
4. Im Gegensatz zur Metaphysik geht die Dialektik davon aus, daß den Naturdingen, den Naturerscheinungen innere Widersprüche eigen sind, denn sie alle haben ihre negative und positive Seite, ihre Vergangenheit und Zukunft, ihr Ablebendes und sich Entwickelndes, daß der Kampf dieser Gegensätze, der Kampf zwischen Altem und Neuem, zwi­schen Absterbendem und neu Entstehendem, zwischen Ab­lebendem und sich Entwickelndem, den inneren Gehalt des Entwicklungsprozesses, den inneren Gehalt des Umschla­gens quantitativer Veränderungen in qualitative bildet.“

Eine Handlungsanweisung für die Arbeiterklasse

Diese Grundzüge der Dialektik, die durch Stalin ihre klas­sische Formulierung gefunden haben und unabdingliche Grund­sätze unseres Wissens um Natur und Gesellschaft darstellen, sind nicht bloß ein Fazit dessen, was wir erkannt haben, sondern auch eine methodische Anweisung für jegliche Wissenschaft. Beachtet man sie, so wird man der Natur und der Geschichte gerecht zu werden vermögen. Sie stellen keinen mit Dogmen gefüllten Wissenssarkophag dar, aus dem man auspacken könnte, was man noch nicht weiß. Sie sind das Ergebnis ver­gangener und Leitregeln künftiger Forschungsarbeit, die mit gründlichster Genauigkeit und unter ständiger praktischer Überprüfung betrieben werden muß. Sie sichern den Forscher gegen den Geist der Unwissenschaftlichkeit, der auch noch heute viele Köpfe beherrscht und bedroht. Der dialektische Materialismus ist somit eine parteiergreifende Weltanschauung. Er ist die Weltanschauung der marxistisch-leninistischen Partei der Arbeiterklasse.

Wissenschaftliches Denken in für Natur und Gesellschaft

Wer die Dialektik der Natur und der Geschichte begriffen hat, wird nicht mehr ein Opfer jener kosmogonischen Aber­gläubigkeiten werden, denen zufolge vor zwei Milliarden Jahren das Weltall, sozusagen mit einem großen Knall, aus dem Nichts entstanden ist. Er wird sich nicht von jenen Leuten ver­führen lassen, welche die Entstehung des Lebens entweder einem Wunderakt oder einem Zufall zuschreiben wollen und die natürliche Gesetzlichkeit seines Zustandekommens ver­leugnen. Er wird in der Entstehung der Arten kein Werk überirdischer Vorsehung suchen, sondern sich durch die von Mitsehurin und Lyssenko erneuerten Lehren Darwins führen lassen.

Er wird nicht eine Kluft zwischen dem Organismus und seiner Umwelt finden, wo deren enge Wechselbeziehung das Wesen des Lebens ausmacht und keine unabänderlichen Erbsubstanzen postulieren, da sich ihm mit Lyssenko das Ver­erben als allgemeinste Lebensleistung darstellt. Er wird als Psychologe nicht mit „Seelen“ kommunizieren, sondern von Pawlow und seinen Schülern die materiellen Grundlagen der psychischen Funktionen erfahren. Und er wird den Menschen, der sich durch seine Arbeit erschaffen hat, nicht durch gute oder böse Geister geschaffen sein lassen.

Für Wahrheit und Klarheit in unserer Zeit

So ist der Geist der Wissenschaft ein Geist der Partei­ergreifung, der Parteiergreifung für die Wahrheit und Klarheit und gegen jede künstliche Finsternis; für den Fortschritt und gegen die Apostel des Rückfalls in die Barbarei, und für den Frieden, der die Voraussetzung zur Entfesselung der materiellen und geistigen Produktivkräfte der Menschen darstellt und gegen den Krieg, von dem nur diejenigen etwas zu erhoffen haben, die sich dem Fortschritt entgegenstemmen.

Die Wissenschaft von der Entwicklung im Universum han­delt in ihrem größten Teil von einer langen Entwicklungsver­gangenheit. Jedoch die Erforschung der Vergangenheit von Natur und Menschheitsgeschichte steht im Dienst der Gegenwart. Sie bereitet die herrliche Zukunft vor, die das Men­schengeschlecht zu erschaffen im Begriff ist.

Quelle:
Walter Hollitscher „Die Entwicklung im Universum“. Aufbau Verlag Berlin, 1951, S.139-142.
Siehe auch:
Alfred-Klahr-Gesellschaft: Walter Hollitscher (1911–1986)
De Gryuter: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Bd.34, Heft 5.

In der DDR hatte der Sozialismus gesiegt. Die Erwartungen Walter Hollitschers hatten sich erfüllt. Zeitgenössische Urteile weisen Hollitscher als den „eifrigste(n) und erfolgreichste(n) marxistische(n) Volksbildner, den wir in Österreich haben“ (Tagebuch, Mai 1961) und „Prototyp des mit der revolutionären Arbeiterbewegung engstens verbundenen Intellektuellen“ (Josef Rhemann, in: Volksstimme, 25.11.1989) aus. Für sein internationalistisches Wirken erhielt er den Leninpreis und die Regierung der DDR zeichnete ihn mit dem Orden „Großer Stern der Völkerfreundschaft in Gold“ aus. Außerdem verlieh ihm die Karl-Marx-Universität die Ehrendoktorwürde.

Damit diese Vision von Walter Hollitscher erneut Wirklichkeit werden kann, bedarf es einer wissenschaftlichen Denkweise. „Meine Kritik“, schreibt Walter Hollitscher im Vorwort zu seinem Büchlein, „galt den Fortschaftsfeinden und Dunkelmännern.“ Oder um es für die heutige Zeit klar und deutlich zu sagen: den Ewiggestrigen, die immer noch die „Marktwirtschaft“ verteidigen, diesen Hilfswilligen des Kapitalismus, diesen Feinden des Sozialismus und der ganzen Bande antikommunistischer Demagogen und Verbreitern irgendwelcher Religionen und Urknalltheorien. Die Welt ist in Bewegung, alles wird sich weiterentwicklen. Und schließlich ist der Antistalinismus das Haupthindernis für die Einheit aller Kommunisten und die Vereinigung der Arbeiterklasse im Kampf um Frieden und Sozialismus. Das ist damit gemeint:

Der Sozialismus bietet eine herrliche Zukunft,
vom Menschen erschaffen!

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